Kabelbrand

"Heute gibt es nur einen Weg, wir müssen Rebellen werden." Ernst Toller

Copy&Paste&Copy&Paste&Copy&Paste&Copy&Paste yourself = Get real!

Hinterlasse einen Kommentar »

Die alten Plätze sind verschwunden, die Dorfanger und Plätze der Städte sind entweder in Stätten der Restauration verwandelt worden, an denen Touristen aus Wisconsin, Asturien und der Präfektur Hokkaido milde lächelnd Photos von längst versiegten Brunnen schießen, oder man hat mit riesigen Stempeln glatte Flächen, Parkhäuser und Einkaufszentren in sie hineingraviert, damit der Bürger der Gegenwart und der Sklave der Zukunft dort in den still fließenden Kanal steigen kann und als kleines Molekül dort mitschwimmt, von Regal zu Regal, von Wurstbude zu Wurstbude, wo er bedient wird von Verkäufern in Uniform und Begleitung und Schutz findet im Schatten der Private Security und den immer wachenden Augen lauernder 360-Grad-Kameras.

Hier werden die Akkumulatoren des Kapitals neu aufgeladen, um stark und kraftvoll zu werden für die nächsten sirrenden Raubzüge, in den Staustufen des Investments stehen die Menschen hoffnungsfroh vor superdünnen Laptops, den Bestsellern und Lebensratgebern, vergleichen mit dem Smartphone online die Preise und fallen dann – wieder hinausgespült in das frei fließende Mäandern – in sanfte Sessel und verzehren übersüß glasierte Kuchen, Törtchen und dünnen Kaffee. Eingekesselt zwischen vollen Tüten, fremden und unruhigen Kinder bemüht man sich, die vorgegebene Verweildauer an einem Tisch nicht zu überschreiten, den Ton gedämpft zu halten und sich gegenseitig den Erfolg auszuweisen, woanders wäre es ja so-und-soviel teurer geworden.
Die offenen Münder schnappen wie glanzlose Fische an Deck eines Trawlers, die Augen werden langsam glasig.

Aber nun haben  die Netze der Fischer plötzlich große Löcher, was als virtuelle Erweiterung und Ausbau des Marktes gedacht und geplant war war, hat da überraschend ziemlich aufgerissene Maschen, es gibt Wirbel und Strudel in den Tiefen der Server und Backbones von Cisco und IBM, dort verlieren sich jetzt ganze Schwärme, die findet man nie wieder.

Eingeklinkt und eingeloggt in Blogs, Videoportalen, Wikis und Foren kann sich dort der zarte Stichling erst einmal vergraben und verstecken und sich spiegeln unter der Oberfläche des Wassers, vervielfältigt von den Wellen und den Schleppen der ratlos kreuzenden Pötte und erkennt sich plötzlich wieder: Das bin ich! Und mit einem Schlag hat man wieder ein stabiles Haifischgebiss und findet andere, denen auch schon scharfe Zähne gewachsen sind und kopiert sich dahin und dorthin, ich kann so viele sein, wir können so viele sein, an so vielen neuen Plätzen!

Es gilt, die neuen Flächen, Hallen und Kathedralen des binären Codes zu besiedeln, sich zu sammeln und dann zu verabreden gegen die großen, gefräßigen Kraken und ihnen die Tentakel abzuschlagen in der Kälte des echten Wassers.  Die Korrupten, die Fälscher, die Demagogen und die Vergifter und die Schlächter werden nicht so einfach kapitulieren und endlich ertrinken, nur weil irgendwo in paar scharfe Worte fallen und man sich freundlich der gegenseitigen Zustimmung versichert.
Wir müssen endlich rausgehen und zwischen den herausgeputzten Leichen unserer Städte, in der Sonne, dem Regen und dem Wind,  Gefährten oder Freunde werden.

Das bin ich. Das sind wir. Von nun an sind wir überall. Wir sind  wie der junge Strom, der hinfließen möchte wohin er will und wenn du ein schönes, waches  Rauschen in der Stadt hörst, dann sind das unsere Stimmen.


About these ads

Geschrieben von kabelbrand

Juni 20, 2011 um 10:20 nachmittags

Veröffentlicht in Uncategorized

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

%d Bloggern gefällt das: